Zum Hauptinhalt springen Zur Suche springen Zur Hauptnavigation springen
PV & Dachdurchführungen

PV-Kabel durchs Ziegeldach führen: Dachprofil, Farbe und Leitungsweg richtig auswählen

PV-Kabel sicher durchs Ziegeldach führen: Dachprofil und Farbe abgleichen, Leitungsweg planen und die WIRPLAST S56 passend auswählen.

PV-Kabel durchs Ziegeldach führen: Dachprofil, Farbe und Leitungsweg richtig auswählen

Eine PV-Kabeldurchführung soll sich passend in die vorhandene Ziegel- oder Dachsteindeckung einfügen und zum geplanten Leitungsweg passen. Entscheidend ist nicht allein die Optik: Dachprofil, Dachaufbau, Dachneigung und elektrische Planung müssen zusammen betrachtet werden.

Die kurze Antwort: Für ein Ziegeldach wird die Solar- und PV-Kabeldurchführung zuerst nach der passenden Profilvariante gewählt. Erst danach folgt die Farbe. Die konkrete Einbindung in Dachaufbau und Leitungsweg muss objektbezogen geplant und fachgerecht ausgeführt werden.

Direkt zum Thema

1. Warum das Dachprofil wichtiger ist als die Farbe

Die WIRPLAST S56 Solar- und PV-Kabeldurchführung ist für Keramik- und Betondachziegel vorgesehen. Sie wird mit einer Grundplatte passend zum gewählten Dachprofil konfiguriert. Das ist der entscheidende Punkt: Eine Durchführung für ein bestimmtes Ziegelprofil ist keine Universallösung für jede Ziegelform.

Dachziegel und Dachsteine unterscheiden sich nicht nur nach Farbe und Herstellername. Welle, Falz, Deckmaß und Geometrie müssen zur gewählten Type passen. Prüfen Sie deshalb vor der Bestellung Hersteller, Modellbezeichnung und Deckbild der tatsächlich verlegten Dacheindeckung. Ein Foto der eingebauten Ziegel hilft bei der Zuordnung.

Praxis-Tipp: Bei älteren Deckungen, Sonderformaten, beschädigten Ziegeln oder nicht eindeutig zuordenbaren Profilen sollte die Eignung vor der Bestellung durch Fachberatung oder einen Dachdeckerbetrieb geklärt werden.

2. Farbe erst nach der Profilvariante festlegen

Die Farbe beeinflusst vor allem das Erscheinungsbild der Durchführung in der Dachfläche. Sie ersetzt nicht die technische Prüfung der Profilvariante. Bei der S56 stehen verschiedene Farbtöne zur Auswahl, darunter Braun, Graphit, Rot, Schwarz, Ziegelrot und Anthrazit.

RAL-Angaben geben eine gute Orientierung. Witterung, Alter, Verschmutzung und chargenbedingte Unterschiede der bestehenden Dachdeckung können den tatsächlichen Farbeindruck jedoch verändern. Legen Sie daher zuerst das richtige Profil fest und gleichen Sie den Farbton anschließend mit einer unauffälligen Bestandsfläche ab.

3. PV-Leitungsweg vom Modulfeld bis ins Gebäude planen

Die Position einer Kabeldurchführung ergibt sich aus dem gesamten Weg zwischen Modulfeld, Dachdurchführung und Wechselrichter – nicht allein aus einer freien Stelle im Ziegelfeld. Der Leitungsweg sollte gemeinsam mit der elektrischen Planung, der Modulunterkonstruktion und dem Dachaufbau festgelegt werden.

  • Leitungen müssen vor Reibung, scharfen Kanten, Quetschung und anderen mechanischen Einwirkungen geschützt werden.
  • PV-Leitungen gehören nicht unmittelbar auf die Dachoberfläche. Die konkrete Führung und Befestigung sind Teil der Anlagenplanung.
  • Der Übergang durch Dachfläche, Unterdach und Gebäudehülle ist als zusammenhängendes Detail zu betrachten. Feuchteschutz, Kabelschutz und spätere Prüfbarkeit müssen zusammenpassen.
  • Bei vorhandenem oder geplantem äußerem Blitzschutz ist die Leitungsführung mit einer qualifizierten Fachkraft abzustimmen.

Arbeiten auf dem Dach sind absturzgefährdend. Elektrotechnische Planung, Anschluss, Prüfung und Inbetriebnahme einer PV-Anlage gehören in die Hände von Elektrofachkräften. Die Dachdurchführung sollte deshalb nicht ohne Prüfung des Dachaufbaus und ohne sicheren Zugang zum Dach festgelegt werden.

4. Checkliste vor dem Kauf einer PV-Kabeldurchführung

  • Dachdeckung identifiziert: Hersteller, Modell, Material und genaue Profilform der vorhandenen Ziegel oder Dachsteine sind bekannt.
  • Profilvariante abgeglichen: Die im Shop gewählte Type ist ausdrücklich für die vorhandene Deckung genannt oder wurde fachlich bestätigt.
  • Dachbedingungen geprüft: Dachneigung, Deckbild, Zustand der Ziegel sowie Unterdach- oder Unterdeckaufbau sind berücksichtigt.
  • Farbe gewählt: Die Farbe wurde erst nach Auswahl der passenden Profilvariante festgelegt und mit der Bestandsdeckung abgeglichen.
  • Leitungsweg geplant: Eintrittsstelle, Schutz der Leitungen, Weg zum Wechselrichter und Schnittstellen zu anderen Gewerken sind geklärt.
  • Projekt fachlich abgestimmt: Produktunterlagen, Anlagenplanung und die Bedingungen am Gebäude wurden abgeglichen.

WIRPLAST S56 für Ziegel und Betondachsteine konfigurieren

Vergleichen Sie Ihre Dachdeckung mit den im Shop auswählbaren Profiltypen und wählen Sie anschließend den passenden Farbton. Wenn Ziegelmodell, Unterdachaufbau oder Leitungsweg unklar sind, klären Sie die Auswahl vor der Bestellung mit einem Fachbetrieb oder der Fachberatung.

WIRPLAST S56: Profilvarianten und Farben ansehen →

5. Häufige Fragen zur PV-Kabeldurchführung im Ziegeldach

Passt die WIRPLAST S56 auf jedes Ziegeldach?

Nein. Die Durchführung ist für Keramik- und Betondachziegel vorgesehen, wird aber profilbezogen ausgewählt. Prüfen Sie vor der Bestellung, ob die gewählte Typvariante ausdrücklich zu Ihrer vorhandenen Dachdeckung passt.

Reicht es, die Farbe nach dem Produktfoto auszuwählen?

Fotos und RAL-Angaben helfen bei der Orientierung. Sie ersetzen nicht den Vergleich mit der tatsächlich verlegten und möglicherweise gealterten Dachdeckung. Die technische Profilzuordnung hat Vorrang vor der Farbwahl.

Kann ich die Durchführung unabhängig vom Leitungsweg bestellen?

Besser nicht. Dachdurchführung und weiterer Weg zum Wechselrichter sollten zusammen geplant werden. So lassen sich Schutz der Leitungen, Dachaufbau, Zugänglichkeit und die Schnittstellen zwischen Dach- und Elektroarbeiten frühzeitig berücksichtigen.

Garantiert die Durchführung die Dichtheit des gesamten Dachs?

Nein. Die Funktion der Dachfläche hängt vom gesamten Detail ab: passende Profilvariante, vorhandene Deckung, Dachneigung, Unterdach beziehungsweise Unterdeckung, verwendete Systemteile und fachgerechte Ausführung wirken zusammen.

Fachliche Hinweise

Für die Dachseite sind insbesondere die am Projekt gültigen Herstellerunterlagen und Fachregeln des Dachdeckerhandwerks maßgeblich. Der ZVDH führt dafür unter anderem Regeln zu Dachziegel- und Dachsteindeckungen, Einbauteilen sowie Solartechnik auf. Die BG BAU weist darauf hin, dass elektrotechnische Planung und Errichtung einer PV-Anlage grundsätzlich Elektrofachkräften vorbehalten sind. Hinweise zur sicheren Kabelführung und zum Schutz vor mechanischen Einwirkungen bietet außerdem VdS 3145 zu Photovoltaikanlagen.

Sie suchen keine PV-Kabeldurchführung, sondern eine Lösung für Abwasser- oder Sanitärleitungen? Lesen Sie auch unseren Ratgeber zur Dachentlüftung für Abwasser und Sanitär.

BAUDACHZENTRUM

Noch Fragen zu Ihrem Dachprojekt?

Nutzen Sie unsere Rechner oder lassen Sie sich persönlich beraten.

Rechner öffnen → Weitere Ratgeber →
Alles für Ihr Dachprojekt • Dachsteine • Dämmstoffe • Bauholz • Terrassen • System-Zubehör • Persönliche Fachberatung